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Protokoll der ÖGAM-Generalversammlung am 04.03.2012

  1. 9h Begrüßung durch den Präsidenten, Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Bericht des Präsidenten:
    1. Lehrpraxis: Dr. Glehr begrüßt Dr. Peter Niedermoser, verantwortlicher Verhandler der ÖÄK im Gesundheitsministerium in der Angelegenheit „Neugestaltung der Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin“. Dr. Niedermoser legt ein Expertenpapier vor und berichtet über den Stand der Gespräche. Vorliegende Beschlüsse ÖÄK: Verzicht auf Facharzttitel, mindestens 5 Jahre Weiterbildungsdauer postpromotionell.
      • Kernpunkte:
        1. Medizinstudium: Klinisch praktisches Jahr (12 Wo Famulatur, 48 Wo praktisches Jahr) österreichweit, Definierte Kompetenzlevel bei Promotion erreicht. Keine Approbation am Ende des Studiums.
        2. „Grundturnus“: 9 Monate (3 Monate Chirurgie, 6 Monate Interne, integrative Notfallausbildung)
        3. Evaluationsgespräch, dann Entscheidung:
          1. Sonderfach (Standard 5 1⁄4 Jahre + Module, davor kein Jus practicandi mehr!)
          2. Allgemeinmedizin (31⁄2 Jahre stationär + 6/9/12 Monate Lehrpraxis)
        4. Lehrpraxis: volle staatliche Finanzierung laut Kollektivvertrag für 6 Monate garantiert. Realistisches Verhandlungsergebnis könnten 9 Monate Lehrpraxis sein. Anderweritge Finanzierung der drei restlichen Monate. Bedingung: gesicherte Qualität der Lehrpraxis, Übernahme vieler Tätigkeiten auf Stationen durch diplomierte PflegerInnen, Entlastung TurnusärztInnen
      • Einige Diskussionspunkte ÖGAM mit Dr. Niedermoser:
        1. Gyn muss ausreichend erlernt werden um im Nachtdienst handeln zu können
        2. 6 – 9 – 12 Monate: Niedermoser: 12 Monate Vollfinanzierung unrealistisch, Bedarf Nachbesetzung ca. 400 Ä. pro Jahr (250 in Niederlassung, 150 Stationsärzte), 12,5 Mio Euro pro Jahr, LP‐Bewirtschaftung je nach regionalen Gegebenheiten, Lehrpraxis: Evaluierung + Erfahrungen überdenken nach Frist
        3. Triage / Vorschaltambulanzen dürfen keine Ausbildungsstätten werden!
        4. Allgemeinmedizin‐ in Uni Wien nur als 4‐wöchige Pflichtfamulatur!
        5. Kleine Praxen < 750 Fällen nicht ausschließen !
        6. JAMÖ: freiwillige Verlängerung LP ?, (möglich, wenn Bezahlung durch Lehrpraxisleiter) Honorierung LP‐Leiter? (unwahrscheinlich)
        7. Türe ist offen -> Fuß hinein. (Verhandlungen ohne Ergebnis dauern bereits 10 Jahre)
        8. Suche nach Finanzierung der restlichen Monate Lehrpraxis sowohl über Länder als auch über Sozialversicherung
        9. Wichtig: Dissertationen im Fach AM um Studenten zu begeistern, sonst nehmen die Spitäler die Promoventen für Facharztausbildung
        10. Warum Verzicht auf Facharzttitel? (War  Grundlage für Beschluss bei der Vollversammlung der Kammer) Niedermoser: müsste 6 Jahre Ausbildung haben, Variante: alle nur „Arzt für Uro, Gyn, etc“? Pruckner: dann wären AM nur eine von vielen Fachgruppen, scheitert an Eitelkeit der Fachärzte, wichtig: Fachbewußtsein der AM
        11. LP für AM in anderen Fächern? (Sollte möglich sein. Bezahlung sollte aber primär für die allgemeinmedizinische Lehrpraxis gesichert werden), LP AM am Anfang der Ausbildung? (Forderung des Ministers: am Ende; Möglichst bruchloser Übergang von Basiskompetenzmonaten zur speziellen Ausbildung erwünscht; möglichst wenig Stehzeiten, daher bei der Durchführungsverordnung eher Auflockerung zu erwarten)
        12. ÖGAM‐Petition an Universitäten, wenn von den lokalen Verantwortungsträgern an den jeweiligen UNIs gewünscht! Schlußwort Glehr: ÖGAM unterstützt das vorgelegte Expertenpapier, 12 Monate allgemeinmedizinische Lehrpraxis als Wunsch, weniger als 9 Monate Lehrpraxis abzulehnen wird mit zwei Stimmenthaltungen noch einmal bestätigt; grundsätzliche Zustimmung zum Expertenpapier als Verhandlungsbasis in Kammer und mit Ministerium, Dank an Dr. Niedermoser für seinen Einsatz
    2. Lehrpraxisleiter‐Seminare: Legitimierung der Tutoren über spezielles 1‐tägiges Seminar, Tutoren sollen praktizierende Allgemeinmediziner mit Lehrpraxiserfahrung sein, ca 15 für die Ausbildung der ca 500 Lehrpraxisleiter notwendig. Unterlagen werden ausgeschickt, Diskussion in Innsbruck
    3. Präsentationen der Lehrbeauftragten: sollen auf Homepage zugänglich werden, Schaffung eines eigenen Bereiches mit einheitlichem Passwort für Lehrbeauftragte
    4. Tag der Allgemeinmedizin 17.3.2012 in Wien, Ärztekammer Weihburggasse, in Kooperation mit Sektion Allgemeinmedizin, PR Verlagshaus der Ärzte, geringe Kosten für ÖGAM, wichtig: Aussendung an die jeweiligen Kontakte in Landesregierungen / sonstige Kontakte mit relevanten Entscheidungsträgern, Anwesenheit vieler ÖGAM‐Mitglieder erwünscht
  3. WONCA:
    1. Bericht Dr. Kamenski über Vorbereitungen, Zimmer‐Liste für Hotel Kaiserwasser
    2. Arbeits‐Gruppe PR in Österreich im Rahmen des Kongresses: Heckenthaler, Pruckner + eine Person aus Sektion AM, Horvatits, Croy, Tschiggerl, Kitzler, Glehr, Rabady, Fürthauer, Fiala ??, Jamö: Radunsky ??
    3. Vasco da Gama Preconference
    4. ENGLISH for Conferences: 12.5.2012 von 9 – 17h, Seewalchen, Hotel Attersee, kostenlos, Sponsoring Lundbeck, Anmeldung Sekretariat ÖGAM
    5. WONCA promoten um viele österreichische Teilnehmer zu gewinnen !!!
  4. Kassabericht: Finanzen ausgewogen, Bericht im Anhang
    1. Zwischen‐Bericht Rechnungsprüfer: Neugestaltung Formular Spesenabrechnung, Paraphe zur Abzeichnung gestellter Rechnungen ?, stichprobenartige Prüfung der Buchhaltung ohne Einwände und für in Ordnung befunden
  5. Bericht aus den Arbeitskreisen: sind ausgesendet, in Kürze:
    1. Schmerzmedizin (Dr. Thalhammer): 3 Regionen Ost – Mitte – West, Stafam: Fortbildungsserie Schmerz in der AM, Round table bei WONCA, geriatrische Schmerzpatienten Bad Hofgastein, Dr. Syen: Wissenschaftlich orientierter QZ Schmerz; macht derzeit Masterthesis Schmerz in AM, Konsensus‐Neuauflage. Schmerzmedizin von Publikationsgruppe befürwortet
    2. Geriatrie (Dr. Hartmann): dzt. inaktiv, nach WONCA
    3. EBMG (Dr. Rabady): läuft, Spitäler zunehmend, schwierige Verhandlungen mit Verlag über Professionalisierung. Gratis‐Zugang für AM: Zahl der Benützer unbekannt, mühsamer elektronischer Zugang, andere technische Lösung??? Marketingfehler: keine Verständigung vor Ablauf des Abonnements
    4. ELGA: Bericht Teilnehmer E‐Medikation, grundsätzlich positiv, Pruckner: positiv aber WIE ist wichtig!
    5. ÖGAM‐News (Degn): Bitte um Artikel für ÖGAM‐News aus Bundesländern !!!!
    6. Bericht Hausarztkampagne: in Kooperation mit Sektion AM + AKAM + Medmedia
  6. Berichte Arbeitskreise Samstag 3.3.2012: Berichte im Detail als ANHANG
    1. Psychosomatik Panhofer: grundsätzliche Befürwortung der Gründung einer Gesellschaft für Psychosomatik in der Allgemeinmedizin, vorher Recherchen bezüglich Statuten nötig über sinnvolle Verschränkung mit ÖGAM, Proponentenkomitee
    2. Prävention / Vorsorge Kowatsch:
      1. SVA‐Modell nicht befürwortet >> Verlust des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient, Info: auch DMP‐Diabetes‐Teilnehmer bekommen Selbstbehaltreduzierung, Wunsch: regelmäßige Vorsorgeuntersuchungsbesucher sollen Reduzierung bekommen >> Brief formulieren!
      2. Vorsorgeuntersuchung: Relaunch geplant, VU ist in AM keine reine Screeninguntersuchung, Wünsche: andere Risikoberechnung, wissenschaftliche Auswertbarkeit, Umgang mit Zusatzuntersuchungen?
      3. Gründung eines Arbeitskreises Prävention, Leitung Franz Schramm
      4. MKP Hasiba: „Eltern‐Kind‐Vorsorge neu“, ÖGAM soll sich in Gestaltung hineinreklamieren: >> Brief >> Termin bei zuständiger Ministerialrätin
      5. Hausarztmodell : Bericht folgt elektronisch
  7. Allfälliges:
    1. Dr. Spiegel: Vorstellung Projekt Echocardiographie in AM (ZAM / Prof. Steurer),
      • Diskussion:
        1. lieber Pilotprojekt, ÖGAM draußen lassen wegen aktueller heikler politischer Situation rund um Ausbildung + Hausarztmodell
        2. Qualitätssicherung
        3. Sonographie ist Grundkompetenz Allgemeinmedizin
        4. Ultraschall in ÖGUM geregelt, verschiedene Niveaus, dzt. keine Honorierung
        5. Trennung fachliche / standespolitische Diskussion
    2. Dr. Spiegel: Bericht mögliches Projekt Migration (IOM, Gesundheitsministerium), Trainingsinitiative, z.B. Kurs transkulturelle Medizin, ÖGAM soll dabei sein, allgemeine Zustimmung
    3. Dr. Fürthauer: SAGAM hat Mitgliedsbeitrag von 35 auf 80 € erhöht, SAGAM‐Mitglieder erhalten gratis ZFA‐Abonnement
    4. Dr. Panhofer: PR‐Veranstaltung Allgemeinmedizin Braunau, reges Interesse, Grieskirchen folgt, fixes Veranstaltungs‐Konzept vorhanden (OBGAM)
    5. Dr. Baumgartner (JAMÖ): wenig aktive Mitglieder, Problem Vernetzung mit Landesorganisationen

Schluss der Sitzung 13h

Nächster Termin ÖGAM‐Vorstandssitzung am 21.4. um 18h in Innsbruck

Übernommen von der PDF-Version am 18.05.2016 (SH) – Formatierungsfehler vorbehalten.